USA: Stephen Bannon verlässt Breitbart News

Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump verlässt das rechte Internetportal. Zuletzt war er wegen abfälliger Zitate über Trump massiv unter Druck geraten.

Stephen Bannon, Donald Trumps ehemaliger Chefstratege und Wahlkampfleiter, verlässt die rechte Nachrichten-Plattform Breitbart News. Er war dort zuletzt Herausgeber. Gründe für den Schritt wurden zunächst nicht genannt.

“Bannon und Breitbart arbeiten an einer glatten und ordnungsgemäßen Übergabe”, heißt es in einem Breitbart-Bericht. Bannon wurde mit den Worten zitiert: “Ich bin stolz darauf, was das
Breitbart-Team in solch einer kurzen Zeit beim Aufbau einer
Weltklassenachrichtenplattform erreicht hat.”

Trumps Ex-Berater war seit vergangener Woche massiv unter Druck geraten, weil er in dem Enthüllungsbuch Fire and Fury – Inside the Trump White House des Journalisten Michael Wolff ausführlich mit sehr kritischen Äußerungen über Trumps Familie zu Wort kommt.

Wolff zufolge soll Bannon das Treffen zwischen Präsidentensohn Donald Trump Jr., hochrangigen Wahlkampfmitarbeitern und einer russischen Anwältin im Trump Tower als “verräterisch” und “unpatriotisch” beschrieben haben. Nach Vorveröffentlichung einiger Buchauszüge war Bannon zurückgerudert; er bezeichnete Trump Jr. unter anderem als “Patrioten”. Seine Äußerungen bestritt er allerdings nicht.

Trump warf Bannon vor, den “Verstand verloren” zu haben. Am Montag erklärte das Weiße Haus, trotz des Bedauerns habe Bannon derzeit keine Chance auf eine Rückkehr ins Weiße Haus. Auch die Milliardärsfamilie Mercer, die Breitbart unterstützt, distanzierte sich von Bannon. Das Wall Street Journal hatte
bereits berichtet, Breitbart erwäge Bannons Entlassung.

Bannon hatte Breitbart 2016 zunächst verlassen, um für Trumps Wahlkampfteam zu arbeiten. Der Rechtsideologe galt als ein entscheidender Faktor für Trumps Wahlsieg im November. Danach wurde er Trumps Chefstratege. Im Sommer 2017 verließ Bannon das Weiße Haus und kehrte zu Breitbart zurück. Bannon wollte Breitbart News nach eigenem Bekunden als rechte und erzkonservative Plattform nutzen.

Buchautor Michael Wolff zeichnet in Fire and Fury das Bild einer chaotischen
US-Präsidentschaft unter Trump. Unter
Berufung auf Gespräche mit vielen engen Vertrauten des Präsidenten wird Donald Trump darin als
völlig überfordert, impulsiv und desinteressiert dargestellt.
Trump selbst wies das Werk als erfunden zurück.

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