US-Notenbank: Janet Yellen verlässt Fed-Führung

Als erste Frau überhaupt stand Janet Yellen an der Spitze der US-Notenbank. Nach dem Amtsantritt ihres Nachfolgers will sie auch den Vorstand der Bank verlassen.

Die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen will nach dem Amtsantritt ihres Nachfolgers Jerome Powell ihren Sitz im Vorstand der US-Notenbank aufgeben. Sie werde ihr Äußerstes tun, um einen reibungslosen Übergang an der Fed-Spitze zu gewährleisten, schrieb Yellen in einem Brief an US-Präsident Donald Trump, den die Fed veröffentlichte.

Sie sei dankbar, dass das Finanzsystem viel stärker sei als noch vor zehn Jahren, schrieb Yellen, die als erste Frau an der Fed-Spitze steht, weiter. Die US-Volkswirtschaft habe in den acht Jahren seit der Finanzkrise 17 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Das Ziel einer maximalen Beschäftigung sei in Reichweite.  

Yellens Amtszeit als Fed-Chefin endet im Februar 2018. Dem Vorstand der Fed könnte sie aber laut der Regeln bis Januar 2024 angehören. Trump hatte Yellen vor seiner Wahl zum Staatschef als “Niedrigzinslerin” kritisiert. Später lobte er sie jedoch für ihre Amtsführung. Nach dem Ausscheiden Yellens wären vier Plätze im Fed-Vorstand frei.
Bereits jetzt sind nur vier von sieben Posten besetzt.

Trump hatte den Juristen und früheren Investmentbanker Powell Anfang November als Yellens Nachfolger ausgewählt. Jetzt muss noch der Senat Powell bei einer Anhörung in der kommenden Woche bestätigen. Powell gilt als moderat und dürfte Yellens Kurs behutsamer Zinserhöhungen fortsetzen. 

Anfang Dezember will die amerikanische Notenbank über eine Anpassung des Leitzinses entscheiden. Sie hat ihn
dieses Jahr bereits zwei Mal auf die aktuell gültige Spanne von
1,0 bis 1,25 Prozent angehoben und einen weiteren Schritt für
kommenden Monat signalisiert. Stärkt eine Anhebung den Dollar gegenüber anderen Währungen, kann das weltweite Auswirkungen haben, da etwa viele Länder Schulden in US-Dollar besitzen.

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