Ursula von der Leyen: Bundeswehr registriert mehr sexuelle Gewalt

Bei der Bundeswehr wurden 2017 deutlich mehr Sexualstraftaten gemeldet als zuvor. Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass mehr Betroffene die Taten anzeigen.

Bei der Bundeswehr ist die Zahl der gemeldeten
Sexualstraftaten einem Zeitungsbericht zufolge sprunghaft angestiegen.
Vor allem gebe es 2017 mehr Anzeigen wegen mutmaßlicher Vergewaltigung, berichtete die Bild am Sonntag unter Berufung auf
Zahlen aus dem Bundesverteidigungsministerium. Insgesamt habe die Zahl der angezeigten Verdachtsfälle von sexuellen Übergriffen in der Bundeswehr in diesem Jahr
stark zugenommen. Demnach wurden bisher elf versuchte oder tatsächliche Vergewaltigungen angezeigt; im gesamten Vorjahr waren es nur fünf
Meldungen.

Bis Ende September 2017 wurden insgesamt Jahr 187 sexuellen Übergriffen gemeldet, im ganzen Jahr 2016 waren es 128 Fälle. Das umfasse Übergriffe vom Berühren eines Oberschenkels bis hin zur Vergewaltigung.
Allerdings seien einige Altfälle laut Bundeswehr im Jahr 2017 noch einmal
gemeldet worden, weil Betroffene mit dem Umgang nicht zufrieden gewesen
seien.

Das Bundesverteidigungsministerium geht nicht davon aus, dass es plötzlich viel mehr Vergewaltigungen gibt,
sondern dass sich die Dunkelziffer verringert hat, weil immer mehr Opfer
die Tat anzeigen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
sagte der Bild am Sonntag: “Sexuelle Übergriffe, die wir in der
Gesellschaft ächten, ahnden wir ebenso in der Bundeswehr. Wir wollen in
der Truppe ein Klima der Offenheit, in dem sich jeder und jede traut,
Unrecht und Gewalt zu melden.” Es sei ein positives Zeichen, dass
Vorgesetzte und Mannschaften häufiger Vorfälle anzeigten.

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