Südsudan: Trotz Waffenruhe mindestens 30 Tote bei Kämpfen im Südsudan

Eigentlich hatten die Kriegsparteien vereinbart, ab Heiligabend das Feuer einzustellen. Doch die Kämpfe dauern an, Dutzende Menschen wurden getötet.

Trotz der vereinbarten Waffenruhe sind im Südsudan bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen mindestens 30
Menschen getötet worden. Nach Angaben des stellvertretenden
Militärsprechers Santo Domic Chol starben bei einem Angriff im Bundesstaat
Bieh zwölf Regierungssoldaten, elf Kämpfer der Rebellen und sieben
Zivilisten. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig,
angegriffen zu haben. Bereits am vergangenen Sonntag, dem ersten Tag der Waffenruhe,
war es zu Kämpfen gekommen.

Nach vier Jahren Bürgerkrieg hatten
sich die Konfliktparteien unter Vermittlung des ostafrikanischen
Regionalblocks IGAD auf eine Waffenruhe verständigt. Mit
der am 24. Dezember in Kraft getretenen Einigung sollten alle
Kampfhandlungen eingestellt und humanitären Helfern Zugang zu allen
umkämpften Gebieten gewährt werden. Die Kriegsparteien hatten sich allerdings bereits häufiger auf Waffenruhen verständigt, die später wieder gebrochen
wurden.

Im August 2015 hatten Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar nach internationaler Vermittlung ein Friedensabkommen unterzeichnet,
das eine Teilung der Macht vorsah. Doch die Regierung der
nationalen Einheit, an der sich Kiir und der Rebelle Machar beteiligten,
war nur kurzlebig. 2016 brachen in der Hauptstadt Juba neue Kämpfe aus, Machar floh außer Landes, die Kämpfe begannen erneut.

Der ölreiche Südsudan
erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan und ist damit das jüngste
Land der Welt. Ende 2013 brach jedoch ein Bürgerkrieg zwischen den
Anhängern Kiirs vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren
Stellvertreters Machar vom Volk der Nuer aus. Seither wurden zehntausende Menschen getötet. Rund
vier Millionen Menschen, ein Drittel der Bevölkerung, sind bislang vor der
Gewalt geflohen.

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