Sexismus: Hunderte auf #MeToo-Protestmarsch in Hollywood

Mit einer Kundgebung machen Teilnehmer in Hollywood auf sexuelle Übergriffe aufmerksam. Auch die Initiatorin der #MeToo-Kampagne, Tarana Burke, trat auf.

In Hollywood haben Hunderte Menschen gegen sexuelle Gewalt und Belästigung protestiert. Teilnehmer der Demonstration, die sich als Opfer sexueller Übergriffe bezeichneten, liefen mit #MeToo-T-Shirts und Postern über den Hollywood Boulevard und am Dolby Theatre vorbei, wo die Oscar-Filmpreise verliehen werden.

Seitdem die Missbrauchsvorwürfe gegen den Produzenten Harvey Weinstein bekannt wurden, protestieren unter dem Schlagwort #MeToo (“Ich auch”) weltweit Frauen gegen sexuelle Belästigung. Auch Schauspieler Kevin Spacey, Regisseur Brett Ratner und Komiker Louis C.K wurden mit Vorwürfen sexueller Übergriffe konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Los Angeles hat angesichts der Zahl der Vorwürfe Sonderermittler eingesetzt, die die Fälle aufklären sollen. 

 Am Walk of Fame machten Teilnehmer auf die Hollywoodsterne von Schauspielern oder Produzenten aufmerksam, denen sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden.

“Ihr seid alle mutig”, sagte die TV-Journalistin Lauren Sivan nach Angaben der Los Angeles Times als Sprecherin auf der Kundgebung. Sivan zählt zu den Frauen, die Weinstein Belästigung vorgeworfen haben. Mit dem Sprechchor “Keine Geheimnisse mehr, keine Lügen, kein erkauftes Schweigen” führte sie die Demonstration an. Es gehe darum, den Arbeitsplatz für die nächste Generation zu einem sicheren Ort zu machen, schrieb Sivan auf Twitter.

Unter den Demonstranten war auch die Schauspielerin Frances Fisher und die afroamerikanische Aktivistin Tarana Burke, die den #MeToo-Slogan (“Ich auch”) ins Leben gerufen hatte. “Für jeden Harvey Weinstein gibt es einhundert mehr Männer in der Umgebung, die genau das Gleiche machen”, sagte Burke vor dem Marsch. Die Debatte um sexuelle Belästigung in Hollywood werde sich mit genug Anstrengung auch auf andere Branchen ausweiten.

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