Nordkorea-Krise: Deutschland schränkt diplomatische Beziehungen zu Nordkorea ein

Außenminister Gabriel hat angekündigt, dass das Personal in der Botschaft in Pjöngjang reduziert wird. Die USA hatte gefordert, Nordkorea diplomatisch zu isolieren.

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas schränkt Deutschland seine diplomatischen Beziehungen zu dem Regime in Pjöngjang ein. Ein deutscher Diplomat – aber nicht der Botschafter – wird aus der nordkoreanischen Hauptstadt abgezogen, sagte Außenminister Sigmar Gabriel bei seinem Besuch in Washington. Die Bundesregierung habe zugleich das Regime in Pjöngjang aufgefordert, Diplomaten aus der nordkoreanischen Botschaft in Berlin abzuziehen.

Zuvor hatte die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley die
Weltgemeinschaft während einer Dringlichkeitssitzung
des UN-Sicherheitsrates aufgefordert, ihre diplomatischen und Handelsbeziehungen mit
Nordkorea zu beenden. Der Sicherheitsrat war zusammengekommen, um nach
dem jüngsten Raketentest des kommunistischen Landes die Lage zu beraten. Laut Haley habe zudem US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping gefordert, dass China sämtliche Öllieferungen an Nordkorea stoppe.

Die US-Diplomatin warnte
außerdem, dass “im Falle eines Krieges” die Führung in Nordkorea
“vollkommen zerstört” werde. Mit dem Test einer Interkontinentalrakete
habe sich das Land für “Aggression entschieden” statt für einen
friedlichen Prozess, sagte Haley. Das Verhalten Nordkoreas sei immer
weniger tolerierbar. 

Nordkorea testete am Mittwoch eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15. Das autokratisch geführte Land erklärte danach, das gesamte US-Festland liege in Reichweite nordkoreanischer Raketen.
Die USA, Japan und Russland verurteilten den Test. China äußerte seine
“große Sorge” und zugleich die Hoffnung auf eine “friedliche Beilegung”
des Konflikts. Trump kündigte neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea an. 

In den 1970er Jahren entwickelt Nordkorea eine Variante der sowjetischen Scud-B-Rakete mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern.

Nach einem ersten Raketentest 1984 wird das Programm ausgeweitet. Bald verfügt Nordkorea über Taepodong-2-Raketen mit einer Reichweite von mehreren Tausend Kilometern.

1999 verkündet Nordkorea, bis auf Weiteres keine Langstreckenraketen mehr zu testen. Damit geht das Land auf die USA zu. Die Gespräche scheitern schließlich aber an der nordkoreanischen Forderung von jährlich einer Milliarde Dollar als Ausgleich für einen Verzicht auf den Raketenexport. Im März 2005 beendet Nordkorea das Moratorium.

Nordkorea hat in den vergangenen elf Jahren nach eigenen Angaben sechs Atomtests durchgeführt. Die erste Atombombe testete das kommunistische Regime demnach im Oktober 2006. Weitere Tests folgten 2009 und 2013.

Im Januar 2016 verkündet Nordkorea erstmals, bei seinem vierten Atomwaffentest eine Wasserstoffbombe verwendet zu haben. Das wird aber von Experten bezweifelt. Wasserstoffbomben sind thermonukleare Sprengsätze und deutlich zerstörerischer als herkömmliche Atomsprengsätze. Im September desselben Jahres zündet Nordkorea seine fünfte Atombombe, die Explosion ist die stärkste bis dahin gemessene.

Ein Jahr später, am 3. September 2017, führt Nordkorea seinen sechsten Atomwaffentest aus. Dessen Stärke übersteigt den vorangegangenen Test erneut um ein Mehrfaches. Wieder erklärt Nordkorea, es habe sich um eine Wasserstoffbombe gehandelt.

Am 28. November 2017 testet Nordkorea erneut eine Rakete. Nach Angaben der USA handelt es sich um eine Interkontinentalrakete, die etwa 1.000 Kilometer weit fliegt. Nach Angaben Südkoreas erreichte sie eine Höhe von 4.500 Kilometern – mehr als je zuvor.

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea verschärft sich im März dieses Jahres, als Nordkoreas Militär einen Angriff auf US-Stützpunkte in Japan simuliert und Raketen abschießt, die im Meer landen. Einen Tag später beginnen die USA mit dem Aufbau des Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea, das aber später durch die Regierung in Seoul wieder gestoppt wird.

Am 4. Juli, dem US-Unabhängigkeitstag, verkündet Nordkorea den ersten erfolgreichen Test einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14. Experten gehen davon aus, dass sie eine potenzielle Reichweite von 6.700 Kilometern hat und damit theoretisch US-Gebiet erreichen könnte. Wenige Wochen später feuert Nordkoreas Regierungschef Kim Jong Un zum zweiten Mal eine Interkontinentalrakete ab. Die USA antworten Anfang August ebenfalls mit einer Rakete dieser Art – sie stürzt nach etwa 6.700 Kilometern in den Südpazifik.

Immer wieder warnen sich US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un gegenseitig. Nachdem Trump “Feuer und Wut” (“fire and fury”) ankündigt, falls Nordkorea mit seinen Provokationen nicht aufhöre, droht das kommunistische Regime mit einem Raketenangriff nahe der US-Pazifikinsel Guam.

Ende August 2017 feuert Nordkorea erst drei Kurzstreckenraketen ab, die vor der Ostküste des Landes ins Meer stürzen. Dann fliegt eine nordkoreanische Rakete über Japan hinweg und sorgt für internationale Empörung. Die Rakete fliegt laut der südkoreanischen Regierung 2.700 Kilometer weit und 550 Kilometer hoch.

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