Nato: USA verkaufen Raketenabwehr-System an Polen

Das US-Außenministerium hat dem milliardenschweren Rüstungsdeal zugestimmt. Polen will sich damit gegen mögliche Aggressionen aus Russland verteidigen.

Die USA verkaufen das Raketenabwehr-System Patriot an ihrer Nato-Partner Polen. Das US-Außenministerium teilte mit, dass
es den Kongress über seine Zustimmung zu dem Rüstungsgeschäft informiert
habe. Der Kongress hat nun 15 Tage Zeit, um mögliche Einwände zu erheben, was
angesichts der engen Verteidigungspartnerschaft mit Polen aber äußerst
unwahrscheinlich ist. Die Entscheidung dürfte in Russland für Ärger sorgen.

Das
Außenministerium in Washington schrieb über das Rüstungsgeschäft: “Ein
sicheres Europa, das fähig ist, Luft- und Raketenbedrohung und andere
Formen von Aggressionen abzuwehren, bringt Friede und Stabilität in der
Nato und auf dem europäischen Kontinent voran.” Das US-Militär hatte
das Patriot-System im Rahmen einer Nato-Übung
bereits zeitweise in Litauen stationiert.

Die USA und Polen hatten sich während des
Besuchs von Präsident Donald Trump in Warschau im Juli auf den
Waffendeal geeinigt. Die Patriots sollen Teil der polnischen
Verteidigung gegen mögliche Aggressionen aus Russland sein. Die
östlichen EU- und Nato-Mitglieder Polen, Estland, Lettland und Litauen
fühlen sich seit dem Beginn der Ukrainekrise verstärkt von ihrem großen Nachbarland
bedroht.

Die russische Regierung hatte vergangenes Jahr atomwaffenfähige
Iskander-Raketen in seiner Exklave Kaliningrad an der Grenze zu Litauen
und Polen stationiert. Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim
und dem russischen Vorgehen in der Ostukraine hatte dies die
Nato-Mitglieder in der Region zusätzlich alarmiert.

Das
Patriot-Raketensystem  bietet Schutz vor
angreifenden Flugkörpern. Das bodengestützte System ist mobil, die
Abschussrampen können auf Lkws montiert werden und mit ihren
Lenkflugkörpern Flugzeuge, Raketen und Marschflugkörper abwehren – also
in der Luft zerstören.

Das Rüstungsgeschäft zwischen den USA und
Polen umfasst bis zu vier Radarsysteme, vier Kontrollstationen, 16
Abschuss-Stationen und 208 PAC-3-Raketen sowie zusätzliche Ausrüstung
und Training. Der Deal soll den US-Rüstungsunternehmen Raytheon, Lockheed-Martin und
Northrop Grumman bis zu 10,5 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro) einbringen.

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.