Der Gründer, der die Singles versteht

Seit über 20 Jahren verkuppelt Arne Kahlke Menschen im Internet. Erst mit ElitePartner, dann bei Parship. Wir haben mit ihm über sein neues Portal gesprochen.

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Seit über 20 Jahren verkuppelt Arne Kahlke Menschen im Internet. Erst mit ElitePartner, dann bei Parship. Wir haben mit ihm über sein neues Portal gesprochen.

Jeder dritte Deutsche ist Single. Ein Markt, mit dem sich Arne Kahlke schon seit 2002 beschäftigt. Der 48-Jährige hat damals das Marketing von Parship aufgebaut, bevor er 2004 mit ElitePartner sein eigenes Dating-Portal gründete. Acht Jahre später wechselte er zurück zu Parship und leitete dort die Geschäfte. Beide Webseiten wurden mehrheitlich von ProSiebenSat.1 aufgekauft.

2014 stieg Kahlke als CEO beim Airbnb-Klon Wimdu ein und führte das Berliner Startup in zwei Jahren zum Exit. Im vergangenen Jahr ging er erneut mit einer Singlebörse online: Gemeinsam mit Oliver Czok gründete er das Startup LemonSwan. Mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigt der ehemalige Chef von ElitePartner und Parship in Hamburg. Ähnlich wie die Vorgänger finanziert sich die Onlineplattform über ein Abomodell: Bis zu 74,90 Euro zahlen Nutzer monatlich für die Partnersuche im Internet.

Im Interview mit Gründerszene spricht Kahlke über sein neues Startup, das Geschäft mit Singlebörsen und wie sich Online-Dating im Laufe seiner Karriere verändert hat.

Mit Mayze aus München ist vor Kurzem eine neue Dating-App an den Markt gegangen. Doch gibt es nicht bereits viel zu viele Wettbewerber? Eine Antwortsuche.

Arne, wie funktioniert LemonSwan und wie unterscheidet es sich von anderen Portalen?
Der Matching-Prozess ist ähnlich wie bei ElitePartner und Parship. Das heißt, auch wir arbeiten mit einem psychologischen Persönlichkeitstest und einem Matching-Algorithmus. Das, was uns maßgeblich unterscheidet, ist die Herangehensweise an die Zielgruppe. Wichtig ist auch, dass sich unser Ansatz bei LemonSwan vom „Dating“ unterscheidet.

Inwiefern?
Dating ist im Prinzip die etwas lockere Anbahnung. Das sind Produkte wie Tinder und DatingCafé, die nur mit einer Selbstdarstellung arbeiten und nicht mit wissenschaftlich basierten Persönlichkeitstests. Bei LemonSwan ist das anders. Der Matching-Algorithmus ermittelt die Partner, die besonders gut zur eigenen Persönlichkeit passen. Innerhalb dieser Vorauswahl wendet man sich dann an die Mitglieder, die man kennenlernen will.

Du sagst, dass ihr anders an die Zielgruppe herangeht. Wer ist denn eure Zielgruppe?
LemonSwan ist kostenlos für Alleinerziehende, Auszubildende und Studenten – sprich für all die, die nicht so viel Geld haben. Ich habe über die Jahre festgestellt, dass Geld das Relevanteste ist, was Singles von der seriösen Partnersuche abhält. Partnervermittlung kostet in der Regel immer sehr viel und das kann sich nicht jeder leisten. Das ist auch das Problem in diesem Markt.

Müssen Nutzer also nachweisen, dass sie Auszubildende, Studenten oder alleinerziehend sind?
Wir achten darauf, dass die Angaben stimmen und das muss durch geeignete Dokumente nachgewiesen werden. Wir überprüfen jedes Profil individuell. Meine Erfahrung ist aber auch, dass Singles bei Partnervermittlungen deutlich weniger lügen als auf Dating-Plattformen. Später kommt ohnehin heraus, wenn man sich zunächst anders oder falsch dargestellt hat.

Wie viele Nutzer sind derzeit bei euch angemeldet?
Das ist Betriebsgeheimnis. Aber wir haben eine gute fünfstellige Zahl an Mitgliedern, die aktiv sind.

Parship und ElitePartner sind zwei große Konkurrenten von LemonSwan. Welche Erfahrungen hast du aus diesen Unternehmen für die neue Plattform mitgenommen?
Ich habe den Markt über Jahre hinweg begleitet und letztendlich hat ein Unternehmen dem anderen den Weg bereitet. Das hilft jetzt auch LemonSwan.

Inwiefern?
Parship und ElitePartner haben die Kategorisierung in Partnervermittlung, Dating und Seitensprung bereits vorbereitet. Da konnte LemonSwan jetzt einfach einsteigen, ohne Partnervermittlung neu erklären zu müssen. Wir verzeichnen immer noch steigende Single-Zahlen und ich habe es mit Parship und ElitePartner nicht geschafft, diese Zahlen zu senken. Das heißt, der Markt schreit förmlich nach weiteren Angeboten. Mein Ziel ist es, diesen Single-Trend umzukehren.

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